16. Bodensee-Kanu-MarathonAm Samstag 19.06.2010 fand der 16.Bodensee-Kanu-Marathon statt. Ausrichter war der Bodensee Kanu Ring, Start und Ziel waren beim Kanu Club Singen am Untersee des Bodensees.
500 km Anfahrt lagen hinter uns, als wir am Vortag des Wettkampfes das Vereinsgelände erreichten. Vor uns lag ein vom Starkregen aufgeweichter und von Zugfahrzeugen durchwühlter Platz.
Nachdem wir das Quartier bezogen und die Anmeldung erledigt hatten, lud uns die Abendsonne zu einer kleinen Bootsfahrt von Iznang nach Moos ein.
Unser schlankes Seekajak (K2, 6,50 m) kam mir unter den leichten Rennbooten vor wie ein schwerer behäbiger Tanker. Auch das angereiste Teilnehmerfeld von ca. 160 Sportlern aus Deutschland, Schweiz und Österreich schien sich in einer anderen Klasse zu bewegen als wir Wanderkanuten. Lauter Formel 1 Boote und Formel 1 Piloten, lauter Fachbegriffe: Computerberechneter Kielsprung, Rumpfgeschwindigkeit, Wasserlinienlänge, Outrigger, usw.
Nach einer Stärkung am Grill schliefen wir müde ein. Der Morgen war zunächst trocken, nach der Wettkampfbesprechung um 9.00 erfolgte um 10.00 der Start auf dem Wasser.
Von Iznang ging es zu Insel Reichenau, um die Insel herum und für uns Halbmarathonis von da aus am gegenüberliegenden Seeufer zurück nach Iznang. Die halbe Marathonstrecke nennen die Veranstalter Plauschfahrt, sie lässt Zeit zum Schauen und Pause machen. Gewinner ist, wer eine vorher im Umschlag hinterlegte Idealzeit erreicht oder ihr am nächsten kommt. Zum Beginn des Rennens „trieben“ wir Wanderkanuten das Profifeld vor uns her, bis der Kontakt zur Spitze unwiderruflich abriss. Selbst Plauschfahrer erreichten nach GPS-Messung eine Stundengeschwindigkeit von 10,5 km!!!
Die Pause nach zwei Stunden war ein Geheimtipp von Altkanuten und ersparte uns die heftige Dusche auf dem See. Wir stärkten uns mit regionalen Nudelgerichten und warteten ab, bis der Regen etwas nachließ. Nach 4:10 Stunden und 21 km überfuhren wir die Ziellinie in Iznang .
Die ganze 42-km-Strecke führte von Reichenau nach Öhningen (CH) und über das Hörnle bei Hornstaad zurück zum Ausgangspunkt. Hier tickte die Uhr sekundengenau, Pausen waren nicht eingeplant und Flüssigkeit aus Schlauchtrinkflaschen und Müsliriegel als Proviant wurden während der Fahrt eingenommen. Der Sieger hatte die Strecke in 3:32 Stunden bewältigt, trotz Wind und Regen. Unter den Teilnehmern, die unter 4:15 Stunden ins Ziel kamen, wurde als Hauptpreis ein Ocean-Ski (Rennkajak) der Firma Nelo verlost. Außerdem gab es zahlreiche Sachpreise zu gewinnen.
Nach der Siegerehrung ließen wir den Tag ausklingen und traten am Sonntagmittag die Heimreise an.
Ein Sonnendecker |