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07/19/19

Bericht Herrentour 2019 15.06.-22.06.2019

 

Die Lahn von Oberbiel bis Lahnstein,

weiter auf dem Rhein bis Köln-Porz.

 

 

Samstag        Schleuse Oberbiel - Weilburg   20,3 km

Treffen um 9 Uhr im Verein. Ippes und Gepäck wird verstaut. Nur 5 Männer, Alter wird nicht verraten, sitzen im Auto auf den Weg nach Wetzlar. An der Schleuse in Oberbiel der Lahn setzen wir unseren Ippes ins Wasser. Wir paddeln heute zu viert, weil unser Logistiker das Auto schon nach Köln vorsetzt. Schnell das Boot beladen, es sieht noch etwas wild aus, aber auch ein Party-Schlauchboot will hier einsetzen, also schnell, das es nicht vor uns herfährt. Die Lahn ist hier noch sehr ursprünglich, sogar die Schleusen müssen von Hand bedient werden. Nach einigen guten Ratschlägen klappt auch das. Was eigentlich mehr stört, sind sogenannten Kreuz-und Querfahrer. Die Ausstiegsstellen sind sehr rar gesät, und meistens auch noch belegt. Also wird durchgefahren. Der Weilburger Tunnel ist ein Highlight, auch wenn es drinnen dunkel ist. Die Übernachtung in Weilburg bei der Kanugilde Dreieich Weilburg ist von den sanitären Anlagen sehr, sehr grenzwertig. Nach einigen Hin und Her haben wir auch unseren Zeltplatz. Auch der Vorausfahrer ist wieder bei uns. Das Abendessen ist nach einigen Fehlschlägen dann doch wider Erwarten sehr gut. Es werden sogar Plastikschuhe akzeptiert. Der Abend klingt bei geistigen Getränken aus.   

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Sonntag         Weilburg – Runkel    24,7 km

Es regnet, in einer Regenpause bauen wir unserer Zelte ab. Aber wir haben Glück wir können sogar im Freien Frühstücken. Eine ruhige Nacht liegt hinter uns. Es sollte die Ruhigste bleiben. Heute müssen wir das Boot vernünftig packen, wir sind ja zu fünft. Dank unseres Logistikers klappt es ganz gut. Die Feinheiten kommen während der Tour, z.B. dass die richtige Esskiste an der richtigen Stelle liegt. Mit fünf Personen und Gepäck wird es doch etwas eng. Da wir doch früh auf dem Bach sind, sind die Kreuz-und Querfahrer noch nicht so zahlreich unterwegs. Immer noch handbediente Schleusen, aber wenn einmal die Logik (Schleuse unten erst auf, wenn oben zu ist) verstanden ist, funktioniert es immer besser. Teilweise werden sogar Kinder eingesetzt, ich dachte immer Kinderarbeit ist verboten. Auch gibt es nach Gehörfahrende Kanutinnen. Mittag aus der Kiste auf einer Bank. Vor Runkel noch die Schleuse und wir sind am Campingplatz. Platz ist so groß, dass der nötige Schnarchabstand gewährleistet ist. Abendessen beim Italiener welcher direkt im Campingplatz ist. Auch hier ein geistiges Getränk, welches aber mit Gold aufgewogen wurde.

 

Montag           Runkel – Diez            18 km

Frühstück Im Freien. Die Nacht über fuhren ab und zu Züge durch das Zelt, zumindest Geräuschmäßig. Heute ist eine kurze Tour angesagt. In Limburg die erste Schleuse mit Schleusenwärter. Kein Mittag die Etappe ist kurz, deshalb sind wir sehr früh in Diez. Hier werden wir erwartet und können drinnen schlafen. Nur einer hing draußen ab. Ein Spaziergang in Diez zeigt ein erschreckendes Bild. Alle Gaststätten haben montags Ruhetag. Die letzte Möglichkeit ist eine Pizzeria to Go. Aber so schlimm wie es aussah war es dann doch nicht. Hinterher zeigte sich, dass man eigentlich nur die Öffnungszeiten genauer lesen muss. Diez hat aber ziemlich viele Eisdielen, was dann wieder gut war. Wir werden immer mehr zu Weintrinkern, bzw. Weinschorlentrinkern.

 

Dienstag        Diez - Obernhof        26 km

Um 8:45 auf dem Wasser. 3 Schleusen, alle mit Schleusenwärter. Allerdings klappte die versprochene Voranmeldung nicht. Ein Schleusenwärter hat uns sehr genau die Regeln erklärt. Allerdings können wir nicht wie ein Sportboot Signal geben. Um uns bemerkbar zu machen, müssen wir nun mal bis an die Schleuse fahren. Heute ist der Campingplatz in Obernhof unser Ziel. Hier zelten wir direkt unter einer Eisenbahnbrücke. Eine wichtige Frage ist also….

Wann fährt der Letze Zug? Und auch wichtig…   Abendessen wo? Natürlich gibt es hier nur einen Italiener. Beim Beobachten von Baggern im Weinberg kann man schon unruhig werden, wenn man unterhalb entlang geht. Die befürchtete unruhige Nacht war aber eigentlich ganz ruhig, der Lärm kam eher von Motorradfahrern auf der anderen Flussseite.

 

Mittwoch        Obernhof – Lahnstein          27 km

Heute das Frühstück im wegen Krankheit geschlossenen Campingplatz-Biergarten. Aber die Sonne scheint. Heute stehen 6 Schleusen auf dem Programm. Die Voranmeldung funktioniert wieder nicht. Mittagspause ist heute in einen kommerziell betriebenen Biergarten. Mal eine Abwechslung bei der Hitze. In Lahnstein ist die Übernachtung im Ruderclub. Wir schlafen in einen sehr großen Saal. Einkaufen ist heute angesagt, da für morgen einige Vorkehrungen getroffen werden müssen. Oh, ein Grieche nebenan……natürlich wegen Krankheit geschlossen. Also ein etwas längerer Weg am Rhein entlang zum Abendessen. Hier dann doch wider Erwarten sehr gut gegessen. Die übliche Abendrunde beschließt den Tag.

 

 

Donnerstag    Lahnstein – Remagen          47,7 km

Heute geht es auf den Rhein. Vom WSV Remagen haben wir heute einen Begleiter, Christian, der Wanderwart. Ist auch ganz gut so. Er kennt den Rhein. Hier erfahren wir doch einen Geschwindigkeitsrausch. Am Anfang sind wir bei 12 Km/h. Auch die großen Pötte erfordern die volle Konzentration. Eine Frühstückspause auf Anraten unseres Lotsen wird gern angenommen. Und weiter geht es. Mittagspause fällt heute aus, das “Orakel“ sagt Regen voraus. In Remagen ist das Anlegen und Rausholen des Bootes ein größerer Akt.

Es gibt hier keine Stege zum Anlegen, nur Rampen. Diese sind auch noch mit einer Schranke verschlossen. Und es fängt an zu regnen, die Vorhersage des Orakels stimmt also. Aber wir sind dann doch mit vereinten Kräften in der Lage das Boot auf dem Vereinsgelände zu lagern. Heute übernachten im Bootshaus. Hier wird frischer Salat vom Smutje zubereitet, welchen wir gestern eingekauft haben, wir grillen…. Lecker.

Es wird ein richtig schöner Abend. Vielen Dank nochmal an Christian für die vorzügliche Betreuung.

 

 

Freitag           Remagen – Köln-Porz         44,2 km

Frühstück im Bootshaus. Heute zeigt sich beim beladen des Boots, das wir absolut eingespielt sind. Zwischen zwei Frachtschiffen bekommen wir das Boot voll und sind vom Ufer weg bevor die Wellen kommen. Der Rhein fordert doch die ganze Aufmerksamkeit. Die Mittagspause ist recht kurz. Ein wichtiges Teil geht baden, wird aber wieder eingefangen. Die Berechnungen der Strömung und unserer Geschwindigkeit haben das gewünschte Ergebnis. Unsere Ankunft in Köln-Porz beendet diese schöne Woche. Das Ausladen und an Land holen des Boots erfordert wieder den Logistiker. Auch hier übernachten wir im Bootshaus. Alles eine Nummer größer wie bisher. Jeder hat seine Ecke. Abendessen mit Spaziergang runden den Tag ab. Diskussionen über den Rückweg werden mit dem Besuch in einem Biergarten geklärt.

 

 

Samstag

Ab 9:00 Uhr auf dem Weg in Richtung Heimat. Das Boot und unsere Sachen ausladen. Und schon ist Sie wieder rum, unsere Herrentour.

 

 

 

Fazit:

Auf einer gefühlten italienischen Woche hat nun auch die Digitalisierung Einzug gehalten. Was vor zwei Jahren noch unmöglich erschien, die Duldung von Smartphones im Boot gehörte nun zum guten Ton.

Wie jede neue Entwicklung gibt es hier auch Vor-und Nachteile.

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Positiv: die Wetterentwicklung im Auge behalten, Restaurants finden (Krankheit und Ausbaumaßnahmen zeigt Google aber noch nicht).

Negativ: die Wetterentwicklung vorherzusagen und alle Nachrichten in Echtzeit zu bekommen. Zu jeder Tages- und Nachtzeit. Lenkt manchmal ab.

 

Zu den Sehenswürdigkeiten und Historischen Informationen bitte das schon erwähnte Google befragen. Es weiß fast alles.

 

Ich freue mich auf die nächste Tour.

Bernd Wiederrecht