Schloss Windhausen

Schloss Windhausen

Wanderung zum Schloss Windhausen

Am Sonntag, den 18.01.2026 war es so weit, die erste Wanderung im neuen Jahr wurde gestartet. Los ging es am Parkplatz an der Königsalm auf dem Panoramawanderweg P11 in Richtung Jugendburg Sensenstein. Von dort aus wendeten wir uns Tal abwärts in Richtung Kasseler Becken mit dem Ziel Schloss Windhausen und seinem germanischen Garten. Unsere Wanderung im Januar 2026 hatte dabei auch einen historischen Hintergrund. Am 15.01.1776 vor also fast genau 250 Jahren wurden die Subsidien Verträge zwischen dem Landgrafen Friedrich II und dem seinem Neffen dem englischen König Georg III geschlossen. Darin verpflichtete der Landgraf sich, Anfangs 12.000 und  später noch weitere 4.000 hessische Soldaten an England zu verleihen, um England beim Kampf im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg zu unterstützen. Und so zogen Ende Februar die ersten 10.000 hessischen Soldaten in Richtung Bad Karlshafen, von wo aus sie in die neue Welt verschifft wurden. Auf Seiten der Hessen verhandelte und formulierte Martin Ernst von Schlieffen, der Schlossherr des Schlosses Windhausen diese Verträge. Viele Gespräche und diplomatische Verhandlungen fanden somit auch hier im Schloss statt.  Heute ist die Schlossanlage Teil eines landwirtschaftlichen Gutes.
Weiter ging es durch den verwilderten Park zum Affendenkmal. In diesem Park hielt sich Martin Ernst von Schlieffen eine Horde Affen, die sich im Park frei bewegen konnten und hier, nicht immer zur Freude der benachbarten Dorfbewohner, manchen lustigen, aber auch üblen Streich ausheckten. Zum Gedenken an seine „Afrikanischen Freunde und Verwandten“ ließ Martin Ernst von Schlieffen eine Säule mit Inschrift errichten. Die Geschichte der Affen von Schloss Windhausen inspirierte später Wilhelm Busch zu seiner Geschichte „vom Affen Fips“.
Anschließend ging es weiter am Waldrand des Parks an der verfallenen Teufelsbrücke vorbei zum Mausoleum des Schlossherrn. Seit seinem Tode im Jahr 1825 ruht dieser hier und beschreibt an der Südseite mit einer Inschrift sein Leben und seine Sicht in die Zukunft.
Hier endete der historische Teil unserer Wanderung und es ging wieder bergauf auf den Gerholdsberg und von dort aus zurück zu unserem Ausgangspunkt.
Nach den drei Stunden zu Fuß haben wir uns gemeinsam im Gasthaus „Zum Niestetal“ aufgewärmt und gestärkt.
 
Roland Mahler